Dezember 01, 2021, 01:49:54 Nachmittag

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GSA besser als neu machen ?

Begonnen von Der Schwedenkönig, Juli 06, 2019, 06:04:36 Vormittag

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Der Schwedenkönig

Wie in meinem Vorstellungsposting beschrieben, erwarb ich soeben einen 81er GSA Pallas mit sehr solider Karosserie, passablem Interieur und grossem Reparaturstau als Restaurationsbasis. Die Technik wird in einer professionellen Oldtimerwerkstatt nach allen Regeln der Kunst generalüberholt. Also alles raus, komplett zerlegen und - wo nötig - mit Neuteilen wieder zusammenbauen.
Bei dieser Gelegenheit - so denke ich mir - könnte man auch Verbesserungen/Modernisierungen der originalen Technik vornehmen (vom 2CV weiß ich beispielsweise, daß man dort moderneren Ersatz für die originale Zündanlage empfiehlt).

Was würdet Ihr empfehlen?

Meine eigenen Gedanken kreisen um folgende Themen:
  • Lenkung leichtgängiger machen: Lenkgetriebe vom GS (geht das?) oder Nachrüstung elektrische Servolenkung (teuer)
  • Bleifrei-Umrüstung (geht das?)
  • Verbesserung/Überdimensionierung aller geräusch- und vibrationsdämpfender Elemente bei Fahrwerk und Motoraufhängung (was könnte man da machen?)
  • Geräuschdämmung allgemein
  • Gibt es Ersatzteile, die qualitativ höherwertig sind als die Originalteile?

Der GSA wird demnächst für eine genauere Bestandsaufnahme zerlegt und untenherum trockeneisgestrahlt.
Beim darauffolgenden Vorgespräch mit der Werkstatt würde ich gerne konkrete, umsetzbare Vorschläge präsentieren können.

Bitte helft mir mit Euren Ideen und Kommentaren, wie man die Technik des GSA besser als neu machen könnte.
(gerne auch mit Links auf bestehende Threads, falls das eine oder andere Thema dort bereits erschöpfend abgehandelt wurde)

Danke
Martin
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

chrissodha

Hallo Martin,
gerne versuch' ich Dir mit Ideen und Kommentaren,  100% qualifizierte Tips kann ich aber eher nicht geben;  ich kenne, besitze und fahre zwar seit > 30 Jahren GS, hab mich dabei aber immer über Wasser gehalten ohne die Materialien der Dichtungen zu studieren,  ohne die Technik maßgeblich neu zu erfinden.
Die erste Frage die ich mir stelle (und die Du hier stellst) - warum besser als neu ?   Die Autos waren im Neuzustand weitaus besser als ihr Ruf, wenn Du auf annähernd Neuzustand restaurierst ist das meiner Meinung nach mehr als ausreichend.  Die einzige echte Verbesserung die m.E. Sinn macht ist Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz.  Hauptscheinwerfer noch über Relais ansteuern, sicher auch nicht ganz verkehrt.
Aber sonst ?
Es gibt einige Schwachpunkte,  aber man muss das Alter der Fahrzeuge berücksichtigen; das da heute - im Alter von mindestens 37 Jahren - die Querlenker der Vorderachse problematisch sind ist an sich kein Mangel, die Autos haben schlicht ihre 'geplante' Lebenserwartung schon deutlich überschritten.  Sowas in Zustand 'wie neu' zu bringenreicht meiner Meinung nach mehr als aus.
Neben dem Korrosionsschutz ist am GS das wichtigste Thema die Abdichtung des Motors; da gibt es mache Dichtungen die den originalen überlegen sind, sollte man tun.  Da ist aber das Material nur die zweitwichtigste Komponente, wichtiger ist,  das die Werkstatt die Problematik kennt und sehr sauber arbeitet !

Ich freue mich, das die kleine GS-fangemeinde offensichtlich einen engagierten und begeisterten Freund des GS - GS/A dazugewonnen hat und wünsche Dir viel Erfolg und Spass bei der Restaurierung.
manchmal hasse ich Citroën.....
aber die Liebe überwiegt

chrissodha

ach so..... Thema Geräuschdämmung: ich persönlich will die Geräusche gar nicht so weit wegdämmen - der "Lärm" des Boxers gehört für mich mit zu den großen Freuden am GS;  gegen Vibrationen und Auspuffgeräusche habe ich meinen GS innen den gesamten Unterboden mit selbstklebenden Lautsprechedämmplatten zugekleistert,  ganz geil,  er ist leiser geworden aber die Musik des Boxers ist trotzdem da.
manchmal hasse ich Citroën.....
aber die Liebe überwiegt

Der Schwedenkönig

Juli 08, 2019, 06:38:38 Vormittag #3 Letzte Bearbeitung: Juli 08, 2019, 06:44:13 Vormittag von Der Schwedenkönig
Hallo Chrissodha,

Danke für das nette Willkommen und die wertvollen Tips!
Der Wunsch nach "besser als neu" sollte keine Kritik am GS sein, aber mancher Mensch strebt stets nach Verbesserung und vielleicht steckt auch ein kleiner Perfektionist in mir. Deine Aussage, daß der GS – abgesehen von der Korrosionsvorsorge – bereits ab Werk kaum konstruktive Schwachstellen aufweist, bestätigt meine eigene Meinung und bestärkt das Hochgefühl, in dem im ich mich seit dem Erwerb befinde.
Die Musik des Boxers gehört auch für mich zu den grossen Freuden am GS-Fahren, mir geht es beim Thema Geräuschdämmung eher um die Nebengeräusche, denen Du etwa mit den Lautsprecherdämmplatten zuleibe rückst. Eventuell könnte der Wagen aber bei Autobahngeschwindigkeit einen Tick leiser sein.
Manche GSAs auf den Bildern haben eine kleine dreieckige Dämmplatte auf der Innenseite der Motorhaube, im Bereich des Luftfilters(?). Scheint original zu sein, fehlt aber bei meinem.

Gibt es zu den "besser als original"  Motordichtungen eine konkrete Empfehlung/Bezugsquelle oder findet das eine engagierte, wenngleich nicht unbedingt auf Citroën spezialisierte Werkstatt alleine? Auf die Wichtigkeit der besonders sauberen Verarbeitung werde ich hinweisen. Sollte kein Problem darstellen für Profis, die sich hauptberuflich mit der Restaurierung luftgekühlter Sechszylinderboxer beschäftigen.

Relais für die Hauptscheinwerfer: Gute Idee, denn der originale Abblendschalter ging vor kurzem, noch beim Vorbesitzer über den Jordan. Bin schon am Recherchieren wegen eines neuen Satelliten.
Das Relais selbst ist wohl marken- und typenunabhängig zu erwerben und an geeigneter Stelle einzubauen?
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

chrissodha

Hi,
wie gesagt - so ganz der perfekte Kenner bin ich nicht; Da ist dann eher Günter (webmaster und Betreiber dieser Seite) oder Daniel Engelhart (http://www.franzoesische-klassiker-shop.de/)  die richtige Anlaufstelle.
Was Geräuschdämmung angeht - klar, auch wenn der Boxer schön klingt,  bei gleichmässigem Tempo wird selbst er irgendwann langweilig und könnte gerne leiser sein;  mit Motorhaubendämmung,  zusätzlicher Dämmung an der Spritzwand und penibelster Ausrichtung der Auspuffanlage (versuch's - da drehste manchmal durch) kann man ein bisschen was erreichen.  Ich bilde mir ein das diese selbstklebenden Bitumenplatten, die ich ausprobiert habe, sehr viel Effekt bringen.
Was die Motordichtungen angeht - eins der großen Probs beim GS sind die Ölrückläufe von den Zylinderköpfen Richtung Ölwanne,  Pfennigartikel - aber sehr aufwändig zu wechseln; will man es wirklich richtig machen müssen die Köpfe runter,  somit auch Zahnriemen und diverser anderer Kleinkram. Ätzend......   Und die originalen Dichtungen sind nur sehr begrenzt haltbar,  hitzebedingt härten sie schnell aus und der GS beginnt wieder sein Revier zu markieren.  Eine nicht GS spezialisierte Werkstatt wird da sicherlich an ihre Grenze stoßen,  nicht, das die diese Dichtung nicht wechseln könnten - aber die Kentnisse über die Materialschwäche haben sie vermutlich nicht - woher auch ?   Hier ist diese webpage extrem hilfreich,  z.B. wenn Du auf der webpage links mal runterscrollst bis zum Punkt 'Motoröl Rücklaufrohr'
Und ja - die Relais für die Scheinwerfer sind ganz normale 08/15 Schaltrelais, Platz dafür ist entweder direkt hinter'm Schalter in der Konsole unter'm Tacho (aufwändig) oder - einfacher - am linken Innenkotflügel.

Nochmal - viel Spass mit Madame
Chris
manchmal hasse ich Citroën.....
aber die Liebe überwiegt

GS Christine

Juli 23, 2019, 10:12:40 Vormittag #5 Letzte Bearbeitung: Juli 23, 2019, 12:42:20 Nachmittag von GS Christine
Hallo,

ich kann Chris zu seinem Beitrag zustimmen, wobei ich eine 4 cm dicke Akkustikdämmmatte unter die Aussparungen meiner Motorhaube geklebt habe, um den Motor leiser zu machen.
Die Wirkung ist enorm. Subjektiv besteht nun der Eindruck , der Motorraum wird dadurch wärmer. Hier aber nur bei stehendem Fahrzeug.

Da ich aber gerne Vollgas auf Autobahnen fahre, ist das Fahren nun angenehmer - wie ein anderes neueres Auto.

An Ersatzteilen sind meiner Erfahrung nach original Citroen Teile die Besten.
Und für mich ist der GS mit seiner langen Entwicklungszeit ein nicht zu verbesserndes Fahrzeug, das im Originalzustand heutigen Fahrzeugen in vielen Punkten weiterhin überlegen ist. Natürlich muss dann beim GS die Technik wie neu sein, der Motor richtig eingestellt sein - hauptsächlich Zündung und Ventile.

Wenn immer Super Plus getankt wird und Bleiersatz-Additiv bei jedem Tanken beigemischt wird, hält der GS-Motor, auch bei stundenlangen Vollgasfahrten.

Von Servolenkung halte ich beim GS nichts, da ist der CX sicherlich die bessere Wahl. Gerade die direkte Lenkung bewirkt beim GS das einzigartige Mann und Maschine Fahrgefühl, das auf kurvigen Landstraßen besonders zur Geltung kommt. Das kann kein anderes Auto!

In den Grunkonstruktionen sind heutige Autos fast alle Kopien vom GS (Fahrschemel, Zahnstangenlenkung usw.), aber fast alle schwerer und mit höherem Luftwiderstand. Warum sollte man da am GS noch was verbessern?

Soviel erstmal
Gruß Matthis

Hamish

Falls du bei deiner Restauration auf neue Türdichtgummis triffst, wäre ich für einen Tip sehr dankbar. Meine Gummis dichten nicht mehr wirklich und ab Tempo 80 wird es unangenehm laut.

Viele Grüße
Jörg

Der Schwedenkönig

Hallo Jörg,
ja, mach ich gerne, ist vorgemerkt.

LG
Martin
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

citroengsa

Guten Morgen,

Da GS und GSA Ventilsitzringe ab Werk haben ist Bleiersatz überflüssig. Citroen hat meines Wissens bleifreies Benzin offiziell zugelassen. Der 1300eco Motor ist auch für super 95 zugelassen, vorausgesetzt die Zündung wird auf 24 Grad vor OT bei 3000 U/min eingestellt und kein klingeln feststellbar ist. Dazu muss der Motor aber auch sauber sein. Ich fahre seid ca. 80.000km bleifrei 95.

Gruß
Jeremias

Günter

Hier kann ich mich Jeremias anschließen. Die schriftliche Mitteilung lag in den Betriebsanleitungen von 1976.

Einen schönen Gruß von
Günter

Der Schwedenkönig

August 01, 2019, 04:53:47 Vormittag #10 Letzte Bearbeitung: August 01, 2019, 04:56:09 Vormittag von Der Schwedenkönig
Danke für die sehr wertvolle Aufklärung!

Dann hat der Vorbesitzer wohl umsonst  jahrelang Bleiadditiv in den Tank gekippt...
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

GS Christine

Hallo liebe Vorredner,

zum Themenbereich bleifrei möchte ich noch einiges anmerken:

Wo Günter Citroen zitiert, ist nicht gemeint, dass GS-Motoren mit bleifreien Superkraftstoff betrieben werden dürfen!, den es eh 1976 in Deutschland nicht gab.

Zitat:
Mit einer Änderung des bundesdeutschen Benzinbleigesetzes am 18. Dezember 1987 wurde bleihaltiges Normalbenzin ab dem 1. Februar 1988 verboten. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage wurde 1996 der weitere Verkauf auch von bleihaltigem Superbenzin eingestellt. In der Schweiz wurde verbleites Super (98 Oktan) bis 1999 verkauft.[30] In der ganzen EU darf seit dem Jahr 2000 kein verbleiter Ottokraftstoff mehr für Kraftfahrzeuge verkauft werden.

Wahrscheinlich haben GSA ab Baujahr 1985 gehärtete Ventilsitzringe, wie es auch 1985/86 den 2CV als Sondermodell mit gehärteten Ventilsitzringen gab, wobei GSA-Motoren eh nicht so hoch verdichtet sind.

GS-Motoren der früher 70er Jahre - ich würde hier bis 1980 gehen -, haben keine gehärteten Ventilsitzringe ab Werk verbaut, die bleifreien Kraftstoff ohne Schäden verkraften. Hier brennen sich die Ventile langsam aber sicher in die Ventilsitzringe ein.
Bis zu einer gewissen Grenze kann das durch Einstellung des Ventilspiels ausgeglichen werden.

Mein 1971er GS ist übrigens 1999 mit verbrannten Ventilsitzringen kaputt gegangen, hier wurde beim Tanken kein Bleiersatz-Additiv zugefügt.

Natürlich hängt es von den Belastungen ab, denen ein GS ausgesetzt wird.
Wer nur langsam und schonend fährt, bei dem werden Schäden vielleicht nie auftreten.

Selber habe ich über 15 Jahre bei Citroen als Mechaniker gearbeitet, ich spreche aus Erfahrungen.
Auch Citroen CX GTI hatten oft Schäden an Ventilen durch Tanken von bleifreien Kraftstoff - eben meistens Fahrzeuge, die an der oberen Leistungsgrenze bewegt wurden.

Günter

Hallo Matthis,
es ist richtig, das verbleite Benzin wurde in Deutschland im Februar 1988 verboten.
Richtig ist allerdings auch, dass bleifreies Benzin in D laut Gesetz bereits am 25. November 1975 mit entsprechender Kennzeichnung der Betreiber eingeführt wurde, auf Grund des von der Bundesregierung beschlossenen "Bleifreigesetzes", das die schrittweise Umsetzung laut §2 des Bundesgesetzblattes vom 5. August 1971 von der Einführung des bleifreien Benzins vorgesehen hatte.
Blei im Benzin wurde verwendet, um die Oktanzahl zu erhöhen und die Motoren klopfsicherer zu machen.
Das Blei setzte sich an den Ventilschäften ab und verlängerte die Lebensdauer der Ventilschaftdichtungen, leider kamen die Katalysatoren damit nicht klar und gingen kaputt und das Blei lagerte sich in der Umwelt ab.
Alternativ wurde bleifreies Benzin mit höherer Oktanzahl eingesetzt. Die Motoren mussten unbedingt durch Einstellungsanpassungen auf Grund des veränderten Brennwertes dem neuen Benzin angepasst werden, konnten aber laut Angabe des Fahrzeugherstellers in diesem Falle ohne Bleizusatz gefahren werden. Bei einigen Fahrzeugmodellen (nicht Citroen) führte das fehlende Blei zu Verhärtungen der Ventilschaftdichtungen. Sie wurden spröde und bröckelten auseinander, es kam zu Undichtigkeiten und erhöhter Ölverbrennung. Dies war bei Citroen nicht der Fall, die Ventilschaftdichtungen waren nicht so hitzeempfindlich und konnten ohne "Bleischmierung" weiter gefahren werden.
Deshalb stimmt der Beilagenhinweis von CITROEN in den Betriebsanleitungen auch genau so wie er geschrieben ist, sonst hätte es unbedingt einen zusätzlichen Hinweis geben müssen, der darauf aufmerksam macht, dass dieses Benzin nur mit Zusatz von Bleiersatzadditiven betrieben werden darf.
Jeder PKW-Hersteller war verpflichtet Werkstätten und die Öffentlichkeit, also die Verbraucher, über die Anwendung, oder Verwendung von bleifreiem Benzin bis spätestens 1. September 1984 zu informieren.
Ich habe auch nicht "zitiert", der Beilagenhinweis ist ein Scan der originalen Beilage aus der Betriebsanleitung von 1976.
Mir ist bis jetzt nicht ein GS/A Motorschaden auf Grund fehlendem Bleizusatzes bekannt.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Motorschaden an Deinem 71er GS nichts mit fehlenden Bleiersatzadditiven zu tun hat.
CITROEN hat übrigens auch schon im Jahre 1972 auf geänderte Qualität des Benzins aufmerksam gemacht und jeweils vorsorglich die Werkstätten angewiesen auf richtige Einstellwerte der Motoren zu achten.

Einen schönen Gruß von
Günter

GS Christine

Hallo Günter,

ja, du hast Recht.  Mein ,,Halbwissen'' beruht eben auf Werkstatterfahrungen und eigenen Erfahrungen.
Bei CX GTI immer 3. Zylinder Auslassventil mit Riss im Ventil beim Dauertanken mit Normalbenzin.

GS rieten wir jedem Besitzer immer verbleites Super zu tanken - hier besonders die 1015ccm Motoren.
Anweisung bzw. Ratschlag wurde seinerzeit intern von Citroen Köln gegeben.

Vielleicht sind heutige Kraftstoffe eh besser, aber ich tanke mit jedem alten Citroen nur Super Plus und mische immer Bleiersatz-Additiv zu.

Gruß Matthis

Günter

Hallo Matthis,
das machst Du ja richtig, da Du als Fachmann die Zündung auch entsprechend einstellst.
Im Grunde erhöhst Du die Oktanzahl etwas, vielleicht sogar in den Bereich von SUPER PLUS.
Mit entsprechender Abstimmung der Zündung ist das vielleicht sogar von Vorteil.
Bleizusatz schadet unseren GS/A Motoren ja auch ausdrücklich nicht, weil kein KAT vorhanden ist.
Bleibt nur festzustellen, ohne Bleizusatz kann am Motor auch kein Schaden angerichtet werden.
Einen schönen Gruß von
Günter

Jörg Knoch

Guten Abend in die Runde,

Zylinderköpfe aus Alu haben alle gehärtete Ventilsitze. Alle. Sonst würden sich die Ventile innerhalb kürzester Zeit in den Kopf einklopfen. Sogar meine ID 19, Bj. 64, mit Alukopf hatte schon gehärtete Ventilsitze. Und warum, weil es zu der Zeit überhaupt kein Sprit mit Blei gab. Und als ich die ID 86 erworben und gefahren bin, konnte ich problemlos bleifrei tanken, also ohne Additiv. Und das über einen Zeitraum von 11 Jahren, ohne Schaden, oder Schäden am Motor.

Und Blei, diente vornehmlich der Ventilsitzschmierung und somit einer gleichzeitigen, besseren Gasdichtigkeit der Ventilsitze. Und dann zur Erhöhung der Klopffestigkeit.

Und Citroen hat auf den Hinweis eines Additivs verzichtet, weil gehärtete Ventilsitze. Ganz einfach.

Das ist kein Halbwissen, sondern von einem Kfz-Meister.

Und ich fahre mit meinem derzeitigen GSA X3, G 13/646, seit ungefähr 1000 km sogar E 10. Ja, ihr lest richtig E 10. Ohne Murren und Mucken des genialen Boxers. Die Zündung steht sogar auf 26 Grad bei 3000 Umdrehungen und nicht auf 27 Grad, wie von Citroen vorgeschrieben. Kein klingeln, auch bei Bergauffahrt unter Volllast. Meine Zündkerzen Ngk Iridium. Genial, die kleinen Dinger.

Gruß,

Jörg

Der Schwedenkönig

Nicht einmal Halbwissen und schon garnicht Kfz-Meister hinterlässt mich diese Diskussion einigermaßen ratlos.

Was ich zu verstehen glaube: An den Ventilsitzringen selbst muß nicht manipuliert werden, weil die ohnehin gehärtet sind, oder?

Hat das hier mehrmals genannte Verstellen der Zündung irgendeine für den User spürbare Auswirkung auf das Motorverhalten?
(Leistung, Drehmoment, Drehfreude, Startfreude, ...)

Was soll ich (bzw. meine Werkstatt) nun tun, um  meinem 1300er GSA das Beste angedeihen zu lassen und - aus Gründen der Bequemlichkeit - möglichst ohne Additiv auszukommen?



'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

GS Christine

August 13, 2019, 04:27:46 Nachmittag #17 Letzte Bearbeitung: August 13, 2019, 05:18:35 Nachmittag von GS Christine
Hallo nochmal,

natürlich hat jeder Motor sog. Ventilsitzringe, das ist klar.
Als von bleihaltig auf bleifrei umgestellt wurde, musste ich bei etlichen Ford-Motoren die Ventilsitzringe tauschen.

In Köln herrschte dann auch bei anderen Herstellern Panik und es wurde intern empfohlen, solange wie möglich verbleiten Kraftstoff zu tanken.

Und, sog. Raser hatten mit DS, CX und GS-Motoren eingefressene Ventile nach der Umstellung.

Ob jemand das glaubt oder nicht bleibt seine Sache. Es war so!

Ich habe bis heute daraus meine Lehren gezogen - und ich fahre nicht schonend, sondern oft im Höchstdrehzahlbereich.

Von CX GTI die im Windschatten von schweren Limousinen bis 210 Km/h schafften, kann ich auch berichten.
Denen schoss am Ende der Kolben durch das Gehäuse....
Und reparieren musste immer die Werkstatt am Ende.

Auch heute kenne ich einen DS-Fahrer, dem die Ventile in den serienmäßig gehärteten Ventilsitzringen einliefen. (DS 23 Injektion)
Für mich ist das nur durch bleifreien Sprit erklärbar....
Nachdem die Ventilsitzringe durch härtere ersetzt wurden, waren die Probleme behoben.

Zur Fragestellung:
willst du absolut sicher sein, gebe den Motor zu einem Motoreninstandsetzer und lasse ihn entscheiden, ob Ventile und Ventilsitzringe mit aktuellen Kraftstoffen gefahren werden können. Motoreninstandsetzer wissen meiner Erfahrung nach immer mehr als die Hersteller, was auch bei Getriebeinstandsetzung der Fall ist.

Gruß Matthis

Günter

Es geht nicht um "ich glaube" oder um "es könnte sein" oder "ich habe mal gehört"! Das Ganze ergibt eine allgemeine Verunsicherung, womit letztlich keiner etwas anfangen kann.
Wer schon mal nachweislich auf Grund von bleifreiem Benzin einen Motorschaden am GS/A erlebt hat, und nur um diese Modelle geht es hier, der möge es hier nicht nur sagen, sondern auch belegen.!
Ich habe einen solchen Fall in meiner GS/A Zeit von 30 Jahren absolut nicht erlebt. Übrigens auch nicht bei BX oder CX, die ich selbst lange Jahre gefahren habe, oder andere Modelle.

Fakt ist:
Citroen hat bleifreies Benzin Anfang 1976 nach der DIN Norm 51 600 uneingeschränkt für GS Motoren zum Gebrauch freigegeben. Alle später gebauten Motoren sollten diesen Anforderungen sowieso entsprechen, die sind nach Einführung des bleifreien Benzins gebaut und darauf abgestimmt. Und wer es ganz genau haben will, dem sei gesagt, dass im bleifreien Benzin immer noch ein Bleigehalt von 0,15 Gramm pro Liter enthalten sein darf und warscheinlich auch enthalten ist.
Bleifrei-Sorten in Bezug auf GS/A sind "Super und Super-Plus" Kraftstoffe mit angegebenen 95 bzw 98 Oktan und wer möchte, kann sich Bleiersatz in den entsprechenden Dosierungen diesem Benzin zumischen. Die Motoren bedürfen einer darauf abgestimmten Einstellung. Diese geringen Einstellungsabweichungen betreffen angepasste Brenn- bzw Verbrennungswerte, die durch Anpassung im Zündzeitpunkt und auch des CO-Gemisches erreicht werden.
Die Oktanzahl bestimmt die Klopffestigkeit. Die Klopffestigkeit ist die Eigenschaft des verwendeten Kraftstoffes, in einem Ottomotor nicht unkontrolliert durch Selbstentzündung zu verbrennen (,,Klopfen"), sondern ausgelöst durch den Zündfunken, die Einspritzung oder Kompression.
Weil kein KAT im GS/A ist, kann hier sowohl verbleites als auch bleifreies Benzin getankt werden.
Manchmal stimmen dann die Verbrennungswerte nicht und der Motor produziert unsauberes Abgas. Dann können geringe Verstellungen des Zündzeitpunktes und / oder des CO-Gehaltes helfen. Die Abgaswerte sind ja messbar und können angepasst werden.
Laut Aussage von Fachleuten ist durch einen höheren Brennwert und somit rückstandsfreieres Abgas, der "Super Plus" Kraftstoff mit 98 Oktan für GS/A am besten. Ich persönlich fahre schon immer Super Bleifrei mit 95 Oktan und habe damit nie Probleme gehabt.
Das kann aber jeder für sich entscheiden.
Einen schönen Gruß von
Günter

chrissodha

Ich kann mich Günter hier nur anschließen;  auch ich fahre GS seit > 30 Jahren und hab' mir noch nie Gedanken um Bleiersatz gemacht.  Einen Motorschaden oder auch nur einen beginnenden Motorschaden hatte ich nie.
Klingeln oder Klopfen auch nicht .... es sei denn,  die Zündung war mal wieder total verstellt.  DARAUF sollte man vor allem achten !   Die Zündung ist etwas empfindlich (beim GS,  beim GS/A dürfte vermutlich auch das nicht mehr so wild sein)
manchmal hasse ich Citroën.....
aber die Liebe überwiegt

gsa80

besser als neu !?

man macht sowiso bei restarationen etwas besseres dazu, wenn ma diese fahrzeuge natürlich auch kennt !
so wie nachrüst sachen, die erst im laufe dazu kamen.
wie z.b. eine steckdose im kofferraun ein zu beziehen ! egal ob kombi o. limousine. platz genug !
platz für sicherung sei doch auch noch bei den orig.halterung.
z.b. bei der immer werdenden lockerung des schalthebel unter der konsole, hatte ich in gleicher höhe der schraube, beidseitig löcher gebort, um die schaltung wieder straffer zu machen.
um nicht immer desswega die ganze konsole aus zu bauen !
sind nur kleinigkeiten, die aba zeit so weg nehmen, wenn's gemacht werden solle....
gäbe noch einiges an zusatz verbesserungen, fällt mir erst wieder vor ort ein !! ich hab's jedenfalls nachgerüstet !
ist eine luxus ausführung geworden ! :)
sind ja a scho sehr selten im umlauf geworden die gs u. gsa !
im ländle sei i der einzige der am meisten unterwegs sei damit......?
carlo

GS Christine

Hallo,

vielleicht ist Citroen ja der ultimative Motorenhersteller, dessen 70er-Jahre-Motoren uneingeschränkt bleifreien Kraftstoff ohne Bleiersatz-Additiv vertragen.

Andere Hersteller sehen das so:

Das sagen die Autohersteller:
Für Dr. Karl Kollman gab es das Bleifrei-Problem schon 1995 nicht: "Mercedes-Motoren brauchen kein Blei", erklärte der Leiter der Pkw-Motoren-Entwicklung in AUTO BILD. Und daran hat sich bis heute nichts geändert: Keine Bleiersatz-Additive nötig, steht auch in der "Technischen Kundenberatung", die Mercedes-Benz-Werkstätten vorliegt. Nicht alle Hersteller jedoch trauen ihren alten Motoren so viel zu.

Dr. Heinz-Jacob Neußer, Leiter Motorenentwicklung Porsche, empfiehlt für Vor-76er-Motoren den Bleizusatz: "Denn ohne können in jeder Betriebsart Schäden auftreten." BMW teilt die Porsche-Einschätzung. Andere Hersteller sehen es wie Opel-Pressesprecher Manfred Daun: "Nur wer Oldie-Rennen fährt, braucht den Zusatz. Alle anderen nicht."

Ja, da kann ich Opel beipflichten, ich fahre mit meinem GS Rennen auf der Autobahn und lasse mich nicht wegdrücken, zumal der Verkehr heutzutage einen CX GTI Turbo überflüssig macht.

Matthis

Der Schwedenkönig

Juni 30, 2021, 01:33:32 Nachmittag #22 Letzte Bearbeitung: Juni 30, 2021, 01:37:34 Nachmittag von Der Schwedenkönig
Besser als neu:

Für die Befestigung der Abgasrohre am Motor sind Schellen aus Guss besser als die originalen aus Blech, hab ich gerade gelernt.
Leider nur in 49mm* (aus der 2CV-Welt) erhältlich und offenbar nicht in 53mm, wie für den GSA ebenfalls benötigt, aber immerhin.

*) mit den ebenfalls für die Ente verfügbaren 47ern kann der GSA leider nix anfangen
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

gsa80


Der Schwedenkönig

Juli 04, 2021, 05:28:09 Vormittag #24 Letzte Bearbeitung: Juli 04, 2021, 05:30:11 Vormittag von Der Schwedenkönig
Hallo Carlo,

Glaube nicht, daß sie direkt kaputt sind, aber ein Vorwärmrohr muß getauscht werden und mein Mechaniker verlangt nach Gußschellen statt der normalen.
Ein anderer Techniker bestätigt und erklärt mir, daß sie besser sind, weil sie den Rohrquerschnitt nicht verändern, was wiederum der Dichtheit gut tut.
Soll in der 2CV-Welt gang und gäbe sein.
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
'78 GS 1220 Club (26.500 km) zum Bewahren

gsa80

haleluja....wie steht's mit der luftfilterhaterung ?
schon etwas passendes g'funda !?
cw

Der Schwedenkönig

Aloha!

Habe mittlerweile einen Neuteil aufgetrieben, werde aber erst sehen, ob er wirklich passt.

'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
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gsa80

das ma doch no so neuteile griagat !!?? kaum zu glauba !
na ja, i han a no welche aba viel nüd mehr.
lt dr abwinkelung müsste es der bügel sein, denn du montiert hast !?
i versuch ein bild dazu lada !

Der Schwedenkönig

Jetzt fehlt mir nur noch eine Schraube und beide Muttern...
'81 GSA 1300 Pallas zum Fahren
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gsa80

da kannst m 5 x 13 (max,15) schrauba reindreha mit beilage sowiso.
gleich sind die halterungen ja nüd !
aba wenigstens etwas als ersatz !!
cw